
Am 30. März 2026 wählen die Delegierten ein neues Co-Präsidium der Stadtpartei. Was bewegt Monique und Chandru zur Kandidatur? Acht Fragen, acht aufschlussreiche Antworten.
Monique, was hat dich dazu motiviert, dich fürs Co-Präsidium der SP Stadt Bern zu bewerben?
M: Ich bin überzeugt, dass die SP die Partei ist, die nahe bei den Menschen ist und ihnen Zuversicht geben kann. Vielen Familien machen steigende Mietpreise und Krankenkassenprämien Sorgen. Der Zugang zu Bildung ist nicht für alle gleich und der Schutz vor Diskriminierung und Gewalt muss ausgebaut werden. Als Co-Präsidium wollen wir mit einer starken Partei im Rücken Antworten auf die Fragen finden, welche die Berner*innen umtreiben.
Chandru, wie geht es dir nach bald einem Jahr im Präsidium?
C: Die Arbeit macht mir grosse Freude. Natürlich ist es ein zeitintensives Amt, aber ich durfte in diesen Monaten schon unheimlich viel lernen. Momentan “touren” Monique und ich durch die Sektionen und stellen uns vor. Die Diskussionen mit den Mitgliedern sind bereichernd und geben mir Energie für die politische Arbeit im Alltag.
Was möchtet ihr in der Stadt Bern verändern? Wo seht ihr am dringendsten Handlungsbedarf?
M: Ein umfassender Service Public und bezahlbarer Wohnraum stärken die Kaufkraft. Gleichstellung und Inklusion sind unabdingbar in einer Stadt, die für alle da ist. Genügend Ressourcen in der Bildung sind eine Investition in die Zukunft. Bei diesen Themen wollen wir ansetzen.
C: Wir bauen auf der Arbeit unserer Vorgänger:innen auf und führen diese weiter. So wollen wir die Initiative für einen Mindestlohn in der Stadt Bern gewinnen und rasch umsetzen. Weiter müssen wir in der Klimapolitik vorwärts machen. Der schnelle Ausbau von Solarstrom sowie die Erstellung von genügend öffentlichen Grünflächen ohne Konsumzwang kommen allen Berner*innen zugute.
Was denkt ihr, läuft gut / möchtet ihr beibehalten?
M: Das Leben der Menschen findet in den Quartieren statt. Umso wichtiger scheint mir, dass Anliegen der Quartiervereine weiterhin aktiv in den politischen Prozessen berücksichtigt werden.
C: Mir ist es ein Anliegen, dass wir migrantische Menschen besser ansprechen. Sei das durch mehrsprachige Angebote oder durch Einbezug und Austausch mit migrantischen Communities. Hier haben wir als Partei noch Potenzial.
Wie werdet ihr euch die Arbeit aufteilen?
C: Wir haben unterschiedliche thematische Schwerpunkte, teilen aber auch einiges: Wir waren beide Co-Präsidentin und Co-Präsident einer städtischen Sektion, sind Teamplayer und glauben an die Gestaltungskraft der Politik.
Was würdet ihr sagen, hat euch in eurem Leben politisiert?
M: In meinem Alltag als Lehrerin sehe ich immer wieder, wie Herkunft, das Portemonnaie der Eltern, das Geschlecht und die eigene Gesundheit die Bildungschancen beeinflussen. Das hat mich motiviert, für diejenigen Partei zu ergreifen, die nicht am lautesten sind.
C: Als Kind einer migrantischen Arbeiterfamilie habe ich früh gemerkt, dass es ein Oben und ein Unten gibt. Wir haben es zwar geschafft, dass politische Macht nicht mehr vererbt wird, doch bei der wirtschaftlichen Macht kommt es immer noch darauf an, in welche Familie du geboren wurdest. So zementieren wird das Oben und Unten in der Gesellschaft. Dies zu ändern, treibt mich an.
Wer seid ihr neben dem politischen Alltag, eurem politischen Engagement?
M: Ich habe als Gymnasiallehrerin für Deutsch meinen Traumberuf gefunden. Ich bin gerne unter Menschen und gerade Jugendliche bringen so viel mit, wenn sie gefördert, akzeptiert und unterstützt werden. Zum Ausgleich treibe ich gerne Sport, entweder für mich auf dem Rennvelo oder als Jugend- und Sportleiterin auf dem Snowboard.
C: Ich spiele Waldhorn und habe lange in diversen Orchestern gespielt. Musik ist neben der Politik meine grosse Leidenschaft. Dazu kommt, dass ich gerne koche; am liebsten mit der gesamten Gewürzpalette, welche die tamilische Küche zur Verfügung stellt.
Ihr kandidiert beide auch noch für die Grossratswahlen: wie werdet ihr diesen Tag verbringen und wie ist eure Stimmung in Bezug auf die Wahlen?
M: Beim Mobilisieren auf der Strasse bekommt man mit, was die Menschen bewegt. Das treibt an! Im bürgerlichen Kanton braucht es linke Gegensteuer.
C: Ich fühle, dass ein Ruck durch die Gesellschaft geht. Wir wollen und können eine bessere Zukunft erkämpfen. Das ist unser Versprechen, und es kommt bei den Menschen an.