Zukunftsmission: Die Basis stärken

Géraldine Mercedes Boesch und Angelo Zaccaria sind von der Geschäftsleitung der SP Bern-Mittelland zuhanden des Parteitags vom 27. Mai als Co-Präsidium nominiert worden. Ein Gespräch über ihre Vision für den Regionalverband (RV), die Rolle der Basis und einen besonderen politischen Kompass.

Ihr kandidiert als Tandem für das Präsidium. Welche regionalen Perspektiven bringt ihr mit?

G: Wir engagieren uns beide als Fraktionspräsident:innen im Parlament; ich in Köniz im Wahlkreis Süd und Angelo in Muri-Gümligen im Wahlkreis Nord. Da wir in der Stadt Bern arbeiten, kennen wir das urbane Zentrum aus eigener Erfahrung.
A: Als Leiterin des Fachbereichs Kultur der Regionalkonferenz Bern-Mittelland RKBM ist Géraldine in der ganzen Region gut vernetzt. Zudem bin ich als Vize-Präsident des RV mit Personen und Prozessen bereits vertraut.

Welche Erfahrungen aus eurem Berufsalltag wollt ihr gezielt in die Arbeit des RV einbringen?

A:
 In meinem Berufsalltag bei den Parlamentsdiensten arbeite ich am Puls der nationalen Gesetzgebung. Als Kommunikationsspezialist – unter anderem beim Ghostwriting für die Ratspräsidien – begleite ich politische Prozesse kommunikativ und gestalte sie mit. Dieses Verständnis für institutionelle Abläufe und strategische Kommunikation möchte ich einbringen, um die Arbeit des RV auch künftig wirkungsvoll nach aussen zu tragen.
G: Als Theaterwissenschaftlerin habe ich meine Wahrnehmung geschärft; die Fähigkeit zwischen Sein und Schein zu unterscheiden ist auch in der Politik wertvoll. Durch meine Arbeit bei der Regionalkonferenz habe ich ein vertieftes Verständnis für die vielfältigen regionalen Strukturen. Unser Ziel ist es, dass der RV für die Sektionen einen tatsächlichen Mehrwert schafft, indem er sie entlastet, vernetzt und ermutigt.

Wo drückt der Schuh in der Region Bern-Mittelland am meisten?

G: Der grösste Handlungsbedarf liegt in der besseren Nutzung von Synergien. Regionsgemeinden arbeiten oft an ähnlichen Herausforderungen und Lösungsansätzen, ohne miteinander im Austausch zu stehen. Hier kann der RV als moderierendes Netzwerk agieren, das Wissen und Kompetenzen vermittelt. 

Was sind eure Pläne, um den Kontakt zur Basis zu intensivieren?

A: Wir haben uns vorgenommen, verstärkt auf den direkten Dialog zu setzen. Es ist uns ein grosses Anliegen, die Sektionen regelmässig vor Ort zu besuchen – nicht als Selbstzweck, sondern um ihre Bedürfnisse frühzeitig zu erkennen, Zusammenarbeit auszuloten und die Basis für die Regierungs- und Grossratswahlen 2030 zu stärken. Neben der Wahlunterstützung wollen wir vermehrt Bildungs-, Netzwerk- und Informationsanlässe durchführen.

Man hört, ihr seid beide bekennende Trekkies. Stimmt es, dass «Star Trek» für euch mehr ist als nur Sci-Fi-Unterhaltung?

G: Absolut! Was mich an Star Trek fasziniert, ist die Vision einer Gesellschaft, die Knappheit und Diskriminierung hinter sich gelassen hat. Es ist eine Utopie, in der Menschen nicht mehr gegen den Mangel kämpfen, sondern gemeinsam wachsen, lernen und auch mal scheitern dürfen. Diese Idee einer gerechten, solidarischen Zukunft ist unser eigentlicher politischer Kompass.

A: Und wir sind ziemlich sicher: Damit wären wir das erste Trekkie-Co-Präsidium einer politischen Partei weltweit! (lacht) Aber im Ernst: Uns inspiriert vor allem der optimistische Grundton der Serie. Genau diesen wollen wir auch in unseren RV tragen – gewissermassen den «Warp-Antrieb» für eine gerechte Zukunft zünden.

Zu den Personen
Géraldine Mercedes Boesch (37): Dr. phil., Leiterin Fachbereich Kultur Regionalkonferenz Bern-Mittelland RKBM, Co-Fraktionspräsidentin SP Köniz, Mitglied Finanzkommission, Präsidentin Redaktionskommission, Stiftungsrätin Schulmuseum Bern

Angelo Zaccaria (33): Kommunikationsspezialist, Vizepräsident RVBM, Fraktionspräsident SP Muri-Gümligen, 2. Parlamentsvizepräsident, Mitglied Bildungs- und Regionalkommission  

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